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shift4Water - SAMBURU WATER PROJECT FOR AGROFORESTRY KENYA

  • 29. Nov. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. März



Das Ziel des shift4Water Projektes besteht darin, die Wasserversorgung und Lebensgrundlage der Samburu-Gemeinschaft in Kenia durch den Ausbau eines nachhaltigen Agroforstwirtschaft-Systems zu stärken. Das Projekt des mittlerweile elfköpfigen shift4Water Teams startete vor drei Jahren. Aus einer Idee wurde schnell Wirklichkeit und nun soll es in die nächste Phase gehen.

 

Die Region ist stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, was sich abwechselnd in Form von Starkregenereignissen, langanhaltenden Dürreperioden und Hitzewellen mit geringen Niederschlagsmengen manifestiert. Das rasche Abfließen des Regenwassers bei Starkregenereignissen verhindert einen effektiven Grundwasseraufbau, während lange Trockenperioden ein Versiegen der Wasserquellen mit sich bringen. Aus diesem Grund ist die Wassersicherheit entscheidend – nicht nur für die Trinkwasserversorgung, sondern auch für die Bewässerung von Feldern, das Kochen, die Erhaltung des Viehbestands und die Gewährleistung der Hygiene. Ohne aktive Maßnahmen zur Anpassung und Milderung werden sich die Lebensbedingungen vor Ort bis an einen Punkt verschlechtern, an dem ein Überleben in der Region ohne externe Hilfe nur mehr schwer darstellbar ist.

 

 Aufbauend auf einem erfolgreichen Pilotprojekt sollen Maßnahmen zur Wasserbereitstellung (Brunnen, Taukollektoren), -speicherung (Regenrinnen, Tanks) und -nutzung (Tröpfchenbewässerung) evaluiert und umgesetzt werden. Aber zurück zum Beginn des shift4Water Projekts in Naiborkeju, Kenia.

 

Der Austausch zwischen Peninah Lesorogol, der Projektleiterin eines Agroforstwirtschaftsprojekts vor Ort, welches shiftTanks mit diesem Projekt unterstützt und Christopher Gradwohl, dem shiftTanks-internen Projektleiter, führte 2022 zur Idee, mit ihrem Projekt und den Leuten vor Ort zu kooperieren und das technische Know-How von shiftTanks einzubringen. 2023 wurde vom damals siebenköpfigen Team gemeinsam mit Peninah ein Wassermanagementsystem entwickelt, das die knappe Ressource Wasser effizienter nutzt und so  zu einer nachhaltigen Sicherung der Lebensgrundlage der indigenen Samburu-Gemeinschaft beitragen soll. Ziel waren dabei von Anfang an die Unabhängigkeit der lokalen Bevölkerung zu stärken und eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegenüber den klimatischen Veränderungen zu gewährleisten. Hier muss angemerkt werden, dass die gesamte Planung des Projekts auf Satellitenbildern und mündlichen Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten aufbaute. Um zu vermeiden, dass man am Ende zu wenig Material hatte, wurden Reserven eingeplant. Für die Materialbeschaffung für den Einsatz in Kenia war der Kontakt von Peninah zu den lokalen Unternehmen von zentraler Bedeutung. Sie koordinierte die Kommunikation mit kenianischen Firmen, half bei der Beschaffung der benötigten Komponenten und organisierte den Transport des Materials von Nairobi nach Naiborkeju. 

2024 wurden die Pläne in Kenia die Tat umgesetzt, knapp 500 Bäume auf einer neu angelegten Agroforstwirtschaft gepflanzt und dafür ein solar- und pumpenbetriebenes Bewässerungssystem installiert, das Pflanzen mittels Tröpfchenbewässerung weitaus effizienter und Wasser sparender – im Vergleich zu händischer Bewässerung – bewässert.  Im Vorfeld konnten Einsparungen von 75% errechnet werden. Diese erhebliche Reduktion des Wasserverbrauchs verringert nicht nur die Abhängigkeit der Gemeinschaft von kostenintensiven Wasserlieferungen, sondern trägt auch zu einer nachhaltigeren Lebensmittelversorgung sowie zur weiteren Stärkung der von Frauen geführten Agroforstinitiative bei. 

Bei allen Tätigkeiten -  Feld umgraben, Schläuche verlegen, Bäume pflanzen und anderen Bereichen des Projekts - arbeiteten immer die lokale Bevölkerung und das shiftTanks Team eng zusammen. So entstanden nicht nur Vertrauen in das Projekt, sondern auch Freundschaften und weiters ermöglichte die Kooperation, dass die Frauen des Agroforstprojekts ohne Hilfe aus Österreich das System bedienen und instandhalten können.

Neben der Tröpfchenbewässerung wurde eine Off-Grid-Stromversorgung durch Photovoltaikanlagen installiert, welche nicht nur die Pumpe betreiben kann, sondern auch andere elektrische Geräte mit Strom versorgt. Weiters wurden durch angelegte Gräben und Hügel verbesserte Bedingungen für die Pflanzen geschaffen - die Bodenerosion wurde reduziert und die Wasserversickerung nach Starkregen gefördert. Um die Wasserversorgung nachhaltig zu gewährleisten, wurde an alternativen Varianten der Wassergewinnung gearbeitet und versuchsweise Planen als Taukollektoren installiert. 

 

Impact der Projektlösung:

 

Der errechnete Impact und die zukünftigen Ergebnisse des Projekts sind nicht nur die 75%ige Wasserersparnis beim Gießen der Pflanzen. Damit gehen die Stärkung und Unabhängigkeit der Frauen des Agroforstprojekts und massive Kosteneinsparungen einher, da weitaus weniger Wasser eingekauft werden muss. Der erwartete Betrag, um die EUR 2000 jährlich, deckt die Schulkosten von etwa zehn Kindern. Dies ermöglicht die Schulbildung für einige zusätzliche Kinder im Dorf. Somit können die Frauen im Projekt nicht nur ihre Familie mit der Arbeit am Feld ernähren, sondern sogar ihre Kinder in die Schule schicken.

 

Aussichten:

 

Das Ziel des Projekts war und ist nicht nur der ressourcenschonende Anbau von Nutzpflanzen, sondern auch den Grundstein für weitere Projekte zu legen - nicht nur im Zusammenhang mit shiftTanks, sondern auch in der lokalen Community. Um diese zu verwirklichen, braucht es Bildung und Autonomie der Bewohner:innen, ein Gesundheitssystem im Mindestmaß und neue Geschäftsmodelle, die weitere Arbeitsangebote stellen. Vor dem Hintergrund wird aktuell an einem Folgeprojekt gearbeitet, dass die Errichtung einer weiteren Agroforstplantage umfasst, weitere Wasserspeichermöglichkeiten berücksichtigt und neue Quellen zur Wasserversorgung erschließen soll.

 

Für weitere und genauere Informationen zum Projekt haben wir unser Doku – Video, den Endbericht und einen TripleN-Artikel hier verlinkt.



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